Portlet: Vier gute Jahre
Anlässlich der Parlamentswahlen im Iran erklärt der Iran-Experte der FDP
Bundestagsfraktion und Vorsitzende der Deutsch-Iranischen Parlamentariergruppe
des Deutschen Bundestages Bijan DJIR-SARAI:
Die Parlamentswahlen im Iran werden keinen entscheidenden Einfluss auf den
Konflikt Irans mit der internationalen Gemeinschaft haben. Das iranische
Parlament hat zwar Mitsprache-Rechte im Bereich der Wirtschaftspolitik des
Landes. Es hat aber keine Mitsprache-Rechte bei zentralen Fragen hinsichtlich
der Atom-, Öl- und Außenpolitik des Landes.
Bei diesen Parlamentswahlen im Iran handelt es sich in erster Linie um einen
Machtkampf innerhalb des konservativen Lagers. Dabei stehen sich die Gruppe um
das religiöse Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei und die Gruppe um
Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad konträr gegenüber. Wesentliche
Reformkräfte nehmen an der Wahl nicht teil oder sind praktisch schon politisch
ausgeschaltet.
Vor einer Eskalation der Auseinandersetzung mit dem Iran kann nur gewarnt
werden. Zu einem Militärkonflikt darf es nicht kommen. Dies wäre eine
Katastrophe für den gesamten Nahen und Mittleren Osten. Ein solcher Konflikt
würde sich vor allem dramatisch auf die Situation in Afghanistan, Irak und
Libanon auswirken. Dabei wäre vor allem unser Engagement in Afghanistan höchst
gefährdet.
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